Hormonspeicheltest in der wissenschaftlichen Literatur

Dr. Wolfgang Ziemann, ein renomierter Wissenschaftler und ausdrücklicher Verfechter der Speicheldiagnostik, schreibt dazu in einem Arbeitspapier: 

Ende 2003 hat eine französische Arbeitsgruppe um Taieb et al in einer sehr fundierten Untersuchung die Schwächen der derzeitigen kommerziellen Testsysteme zur Bestimmung des Testosterons im Serum aufgezeigt (1).

Diese Arbeitsgruppe hat 10 der am populärsten kommerziellen Testsysteme zur Bestimmung von Testosteron in Serum untersucht. Bei Frauen und Kindern waren die veröffentlichten Untersuchungsergebnis nur als “katastrophal“ zu bezeichnen. Der Herausgeber war derartig entsetzt über die schlechten Ergebnisse, dass er in dieser Publikation allen Ernstes empfohlen hat, zukünftig ganz auf die Bestimmung des Testosterons bei Frauen oder Kindern zu verzichten.“

"Ein schlichtes Erraten würde eine höhere Trefferquote bringen als die “Messung“ im Labor. Außerdem würde man sich so die Blutabnahme ersparen (2)." 

Weiter schreibt Dr Ziemann:

„Dieses vernichtende Urteil in einer der internationalen Top- Zeitschriften wurde danach auch noch von anderen Arbeitsgruppen bestätigt, ohne dass sich an der Laborroutine etwas Merkliches geändert hätte.

Man muß sich an dieser Stelle einmal vergegenwärtigen, dass die in dieser Publikation genannten kommerziellen Testmethoden (vor allem die vollautomatischen) noch heute das Rückgrat der routinemäßigen Hormonbestimmungen praktisch aller Labors bilden. 

Ähnliche Ergebnisse wurden gefunden bei der Untersuchung von kommerziellen Labormethoden zur Bestimmung von Estradiol und Progesteron im Serum in niedrigen

Konzentrationsbereichen. (3) Daher ist es höchste Zeit, bei der Bestimmung der Steroidhormone neue und aussichtsreichere Wege zu gehen.“